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15.04.2009 - Weltcup Pietermaritzburg (Südafrika): René Tann wird 77.
Enttäuscht kehrt René Tann (Fuji Bikes Europe) vom ersten afrikanischen Mountainbike-Worldcup nach Suhl zurück: der Sportsoldat erreichte in Pietermaritzburg / Südafrika lediglich Platz 77 (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

So hatte sich René Tann (23) seinen Weltcup-Auftakt nicht vorgestellt: nachdem er noch in der Vorwoche das Rennen in Goseck souverän gewonnen hatte, war der Suhler Mountainbiker zuversichtlich nach Südafrika gereist, wo am Samstag nicht nur der erste Weltcup der Saison, sondern der erste Cross-Country-Weltcup in Afrika überhaupt stattfand. Doch der Sportsoldat, der bereits am Dienstagabend in Pietermaritzburg, im grünen Hinterland von Durban am Indischen Ozean angekommen war, konnte sich binnen vier Tagen nicht an die feucht-heißen Temperaturen gewöhnen: "Ich hatte das Rennen ohnehin schon verhalten begonnen, weil ich wusste, dass es schwer werden würde", meinte Tann nach dem Rennen. Regen in der Nacht zum Samstag hatte die Luft dampfig gemacht, strahlender Sonnenschein und Temperaturen um 30 Grad hatten die Strecke im Norden von Pietermaritzburg zwar abgetrocknet, sorgten aber auch für ein extrem schwüles Klima. "Dabei hatte ich mir sogar schönes Wetter gewünscht: denn nass wäre die Strecke sehr rutschig und unkalkulierbar geworden", meinte Tann nach dem rennen auf dem 5,3 Kilometer langen Rundkurs, der von mehreren Tausend Zuschauern gesäumt war: schließlich gewann Lokalmatador Burry Stander erwartungsgemäß souverän die die U23-Wertung und wurde bei der Elite als Dritter platziert. Tann wollte zunächst nicht das hohe Tempo mitgehen - und später konnte er nicht mehr. "Ich weiß, ich bin als Schnellstarter bekannt. Aber das wollte ich hier in Afrika nicht riskieren." Erst nach einer halben von insgesamt sieben Runden drehte er auf, um aber kurz danach wieder Tempo herausnehmen zu müssen: "Ich konnte bei der Hitze einfach nicht Vollgas fahren." Zwar konnte er eine konstante Platzierung um Rang 70 halten, weiter nach vorne ging es aber auch nicht: "Die Beine fühlten sich richtig gut an - aber ich hatte das Gefühl, mein Kopf würde bald wie ein überhitzter Schnellkochtopf platzen." Eine Runde vor Schluss wurde auf der sehr schnellen und mit zwei langen Anstiegen versehen Strecke vom späteren Sieger José Antonio Hermida (Spanien) überholt und musste das Rennen beenden. "Als ich vom Rad stieg, habe ich trotz der hohen Temperaturen gefröstelt", berichtete Tann von den klassischen Symptomen einer Hitzerschöpfung. Am Ende wurde er als 77. gewertet. "Mein Ziel war ganz klar Top 60", ärgerte er sich der Sportsoldat über das Ergebnis. "Denn dann hätte ich beim deutschen Weltcup in Offenburg in zwei Wochen einen guten Startplatz sicher gehabt - jetzt werde ich ziemlich weit hinten starten müssen", stellte der Waffenstädter Mountainbiker resigniert fest.

Jetzt blickt der Fahrer des 1. Suhler Mountainbike-Clubs aber erst einmal auf kommendes Wochenende, wo in Münsingen traditionell die Bundesliga-Saison 2009 eröffnet werden wird. "Hier möchte ich endlich ein gutes Bild abliefern, auch wenn es bei diesem international hochklassig besetzten Rennen schwierig werden wird." In Münsingen stehen neben dem Spanier José Antonio Hermida nicht nur alle deutschen Spitzenfahrer, sondern auch der zweifache Olympiasieger Julien Absalon am Start.

Unterstützt wurde Tann in Südafrika von seinem Freund und nun neuen Mechaniker beim Team Fuji Bikes Europe, dem Ilmenauer Uli Neudert, der sonst als Filialleiter bei Abe's Fahrradcenter in Suhl tätig ist. "Was die Reise, das ganze Umfeld und auch das Material betrifft, hat alles super geklappt", konnte Neudert für sich eine positive Bilanz ziehen, auch wenn er einschränkt: "Es wäre schön gewesen, wenn die gute Zusammenarbeit zwischen uns zu einem insgesamt runderem Ergebnis geführt hätte." Schließlich habe man auch sehr viel Zeit und Geld investiert. "Aber wenn der Körper nicht so mitmacht, wie man will, dann geht es halt nicht besser."

Beeindruckt zeigten sich die beiden Reisenden aus Thüringen von der Gastfreundschaft der Südafrikaner und der atemberaubenden Landschaft rund um die Hauptstadt von Kwazulu-Natal Pietermaritzburg. "Ich bringe viele neue, schöne Eindrucke mit nach Hause", sagt Tann. "Besonders erinnere mich an die strahlenden Kinder, die uns zugewunken haben, als wir hier trainiert haben." Doch dem gegenüber steht die lange Reise über den halben Globus: "Ich hoffe, dass ich mich die Hitze nicht zuviel Energie gekostet hat und auch die lange Rückreise bis zum Wochenende in Münsingen wieder verdaut ist. Aber ich freue mich schon wieder darauf", gibt sich Tann optimistisch.

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