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07.05.2009 - René Frohen Mutes zur Bundesliga nach Saalhausen
Nach zwei wenig erfolgreichen Weltcup-Läufen in Offenburg und Houffallize konzentriert sich der Suhler Mountainbiker vom Team Fuji-Bikes Europe auf die hochklassigen deutschen Rennen (von )

Wer einmal den Anschluss an die Weltspitze verloren hat, für den ist im Mountainbike-Sport einen schwerer Weg, um wieder nach oben zu kommen. Diese leidvolle Erfahrung muss derzeit der Suhler Mountainbiker René Tann machen. Nach dem durchwachsenen Jahr 2008 hatte der 23-jährige Sportsoldat zunächst beim Weltcup-Auftakt in Südafrika versucht, sich eine gute Ausgangsposition für die Saison 2009 zu erarbeiten. Doch der Thüringer kam mit der schwülen Hitze von Pietermaritzburg nicht zurecht und verpasste das erste Saisonziel, einen der begehrten Startplätze unter den besten 60 Weltcup-Teilnehmern zu erobern.

Entsprechend weit hinten musste Tann vor zwei Wochen in Offenburg starten. "Ich hätte mich gefreut, wenn wir dort wie in den Vorjahren zwei Startrunden statt nur einer gefahren wären", berichtete Tann, der in Offenburg seine bekannte Startstärke ausspielen wollte. "Denn erst in der zweiten Startloop, wenn sich das Feld schon ein bisschen auseinandergezogen hat, kann man richtig Plätze gutmachen, ehe es in die Singletrails geht." Tann gelang es nicht, innerhalb der ersten Minuten entscheidend nach vorne zu kommen: stattdessen musste er an den Einfahrten zu den Engstellen immer wieder warten: "'Stop and go' wie auf der Autobahn", nannte er das nach dem Rennen. "Das Antreten danach kostet natürlich viel Kraft." Kraft, die dem Mountainbiker aus der Waffenstadt gegen Ende des Rennens fehlte: "In der dritten Runde habe ich dann auch noch zu allem Überfluss meinen Betreuer in der Verpflegungszone verpasst, sodass ich eine Runde ohne Trinken fahren musste." Dennoch fand er danach seinen Rhythmus: "Ich hatte das Gefühl, dass es jetzt endlich nach vorne geht." Tatsächlich machte Tann fast zwanzig Plätze gut, ehe er dem Flüssigkeitsverlust und der Aufholjagd der ersten Runden Tribut zollen musste. Weil auch die anderen Fahrer um ihn herum langsam müde wurden, konnte Tann, wenngleich mit großer Mühe, noch zwei Runden lang den 87. Platz halten, den er zu Beginn der vorletzten Runde inne hatte. Zwar war er damit nur bedingt zufrieden ("Nicht wirklich schlecht, aber halt auch nicht gut!"), dennoch freute er sich über Teilnahme beim einzigen deutschen Mountainbike-Worldcup am Fuße des Schwarzwaldes: "Das Wetter und vor allem das Publikum war super: da macht der Sport richtig Spaß. Und natürlich die Strecke: da merkt man, dass sich ein ehemaliger, erfolgreicher Mountainbiker Gedanken gemacht hat!" lobte Tann das Engagement von Jörg Scheiderbauer, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils den Preis für den besten Cross-Country-Worldcup des Weltradsportverbandes UCI bekommen hat.

Da Tann ein gutes Gefühl bezüglich seiner Leistungsentwicklung hatte, wollte er mit viel Selbstvertrauen eine Woche später im belgischen Houffalize, dem Mountainbike-Klassiker in den belgischen Ardennen, an den Start gehen: "Die langen Anstiege dort liegen mir mehr als die kurzen in Offenburg", meinte Tann im Vorfeld. Doch auch in Belgien musste der Fuji-Biker weit hinten starten: wieder war es ein Startplatz im hinteren Viertel der rund 200 Teilnehmer, die natürlich alle versuchten, sich auf der steil bergan führenden Hauptstrasse von Houffalize eine günstige Ausgangsposition zu verschaffen: "300 Meter lang ging das auch gut - und ich konnte einige Plätze gutmachen", berichtete Tann nach dem Rennen. Doch kam es vor ihm zum Sturz - und Tann musste vom Rad springen, um nicht selbst in die Karambolage verwickelt zu werden. Doch Tann wusste: auch in Houffalize gibt es in der ersten Runde Engstellen, wo sich vor allem die weiter hinten gestarteten Fahrer stauen. "Bei der ersten ging es noch, doch bei der zweiten war dann Chaos: während ich in der Mitte eingeklemmt war, sind viele andere links und rechts außerhalb der Strecke an uns vorbeigelaufen", ärgerte er sich etwas nach dem Rennen. Als er aus der Startrunde kam und zum ersten Mal die Ziellinie passierte, zeigte die große Digitalanzeige Platz 147 an: "Das hat mir natürlich überhaupt nicht gefallen." Doch auch in der ersten Runde auf dem 7,4 Kilometer langen Kurs durch die Ardennen konnte Tann noch keine Plätze zurückerobern. Erst im zweiten Umlauf konnte er zwanzig Plätze gut machen, im dritten konnte er sich noch weitere acht Plätze nach vorn arbeiten. Jetzt zeigte die Anzeige immerhin schon den 123. Platz an. Doch viel mehr war auch in Houffalize nicht drin: am Ende kam der Deutsche U23-Meister von 2007 als 125. ins Ziel: "Ich hatte mir viel mehr vorgenommen, ich war toppmotiviert und hatte eigentlich auch gute Beine", haderte der Thüringer Sportsoldat mit sich selbst.

Jetzt macht der Weltcup erst einmal zwei Wochen Pause. Daher stehen für Tann an den kommenden beiden Wochenenden die Bundesliga-Läufe in Saalhausen im Sauerland und Tanns Schicksalsrennen in Heubach auf dem Programm. "Natürlich freue ich mich, mal nicht von Platz 150 ins Rennen gehen zu müssen", lächelt Tann etwas süßsauer: schließlich stehen derzeit in Saalhausen gerade einmal 49 Fahrer auf der Startliste. "Vielleicht gelingt es mir ja hier endlich, in die Punkteränge zu fahren." Doch ganz sicher ist er sich nicht, ob das schon klappt: "Ich habe jetzt die Woche über sehr hart trainiert, da wird der Körper für den Wettkampf schon ein bisschen müde sein." Deswegen lässt Tann auch den Sprint am Samstag aus, obwohl der ihm eigentlich liegt. "Aber er passt diesmal überhaupt nicht in die Vorbereitung."

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