News

10.06.2009 - René Tann: Mit Selbstvertrauen zurück zur Mountainbike-Bundesliga
Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei den Bundesliga-Rennen in Heubach und Saalhausen, dem Gewinn des Meistertitel bei den Thüringischen Meisterschaften und einem intensiven Trainingsblock steht für René Tann am Wochenende das hochklassig besetzte HC-Rennen in Albstadt auf dem Programm. (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Noch sind es fast sechs Wochen bis zur Deutschen Mountainbike-Meisterschaft in St. Märgen. Doch die bisherige Saisonplanung des Suhler Mountainbikers René Tann ist ganz auf dieses Event am 19. Juli im Hochschwarzwald zugeschnitten. Nach der durchwachsenen Saison 2008 möchte der Thüringer Sportsoldat dort zeigen, dass er wieder zur deutschen Spitze zählt. Deswegen hat Tann jetzt auch mitten in der Saison auf Renneinsätze verzichtet, um noch mal an seiner Form zu feilen, die schon vor der Pause einen deutlichen Anstieg verzeichnete: bei den Bundesliga-Rennen in Saalhausen (4. Platz) und Heubach (13.) schöpfte der 23-jährige Suhler Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben, beim Mitteldeutschland-Cup in Oberhof verwies er die Konkurrenz deutlich auf die Plätze und eroberte den Titel des Thüringer Meisters.

Mit dieser mentalen Kraft im Rücken geht Tann nun am kommenden Wochenende nach Albstadt, dem vierten Lauf zur Mountainbike-Bundesliga, der wie Heubach den höchstens UCI-Status (HC) unterhalb des Weltcups hat, weshalb ein Großteil der Weltelite am Start sein wird. "Wegen des hohen Niveaus werde ich am Samstag erneut auf den Start beim Sprint verzichten und mich ganz auf das Rennen am Sonntag konzentrieren", sagt René Tann. "Das Ziel wird sein, taktisch möglichst klug zu fahren: wer an dem steilen Anstieg zu Beginn der Runde überzieht, kann schnell überpacen", weiß der Fahrer des Teams Fuji Bikes Europe. "Trotzdem möchte ich möglichst weit in die Punkte hineinfahren."

Die Chancen dafür scheinen gar nicht so schlecht zu stehen: Tann scheint nun endlich die Grundlagenausdauer, die er im Winter und Frühjahr gesammelt hat, in Geschwindigkeit umsetzen zu können: "Ich habe in den vergangenen rennfreien Wochen vor allem Intervalle trainiert, am letzten Wochenende habe ich dann noch mal eine lange und harte Einheit eingeschoben. Eigentlich läuft alles nach Plan", zeigt sich der Suhler Sportsoldat zuversichtlich: "Das Profil der Strecke in Albstadt ist sehr ähnlich dem von Heubach - das müsste mir entgegenkommen." 

Auch in Heubach war es für Tann zunächst gut gelaufen: auf der kurzen, aber mit vielen, in einem einzigen langen Anstieg versteckten Höhenmetern, gelang es Tann immer wieder, die in den Abfahrt verlorenen Sekunden auf die Konkurrenz aufzuholen. "Ich bin nach den Erfahrungen der letzten Jahren vorsichtig in die Abfahrten gegangen. Ich war sicher nicht langsam - aber die anderen waren einfach schneller", berichtete Tann damals nach dem Rennen. "Als ich dann im Anstieg an Roel Paulissen und Christoph Soukup vorbei ging, ging es auch in der Abfahrt gut: ich ließ sie vor und konnte den beiden Fahrern aus der Weltspitze auf einer optimalen Linie folgen." Doch bereits eine Runde später verbremste sich der Fuji-Fahrer: "Vielleicht war ich unkonzentriert, vielleicht auch übermütig." Tann, der bis dahin immer souverän als drittbester Deutscher in den TopTen gelegen hatte, verlor den Anschluss und auch ein wenig den Mut: "Danach fuhr ich die Abfahrt wieder nur noch mit angezogener Handbremse", ärgerte er nach dem Rennen über sich selbst. Doch Tann verkrampfte nicht nur mental, auch die Muskeln spielten in der letzten von acht Runden nicht mehr mit: vier Plätze musste der Thüringer auf den letzten vier Kilometern abgeben und sich am Schluss mit dem 13. Platz begnügen: "Ich hatte kein Gefühl für die Bremse mehr, die Arme und Beine taten mir weh - ich wollte nur noch irgendwie ins Ziel kommen."

Besser lief es da schon eine Woche später bei seinem Heimrennen in Oberhof, wenngleich auch die Konkurrenz nicht mit der von Heubach vergleichbar war, wo Olympiasieger Julien Absalon von Wolfram Kurschat geschlagen wurde. Aber in Oberhof war der Biker aus der Waffenstadt nicht nur Lokalmatador, sondern auch Favorit auf den Titel des Thüringischen Meisters. Auf der abwechslungsreichen Strecke vermochten nur Christopher Maletz und Fuji-Teamkollege Andi Weinhold dem hohen Tempo des Sportsoldaten zu folgen. Doch als Tann in der dritten Runde auf dem gerade mal 2,5 Kilometer langen Rundkurs in dem sonst für nordischen Skisport bekannten Ort im Süden Thüringens das Tempo nochmals erhöhte, mussten seine Verfolger endgültig zurückbleiben. "Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, alles geben zu müssen", freute sich Tann über Sieg und Titel. "Es war natürlich ein super Gefühl, hier zu Hause vor meinen Freunden, Fans und vielen Leuten, die mich kennen, wieder einmal ein Rennen fahren zu dürfen - und die zuschauerfreundliche, technisch anspruchsvolle Strecke tat ein übriges dazu, dass es richtig Spaß gemacht hat", zog Tann eine positive Bilanz, bevor er sich in die Rennpause verabschiedete.

"Die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft läuft wie geplant, die Parameter stimmen, das Training zeigt Wirkung. Jetzt fehlen noch ein bisschen die Ergebnisse - und bei der Weltklasse-Besetzung in Albstadt wird es sicher schwer - aber ich bin zuversichtlich, dass ich auf dem richtigen Weg bin, um in St. Märgen vorne mitfahren zu können."

Sitemap | Impressum & Datenschutzerklärung | powered by TANN Media | designed by agentur.3wm