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21.08.2009 - Holpriger Weg zur Marathon-Weltmeisterschaft
Technische Probleme zwangen Mountainbiker René Tann, die Vaude Trans Schwarzwald vorzeitig abbrechen - und beim folgenden Bundesliga-Finale schlug ein anderes bekanntes Problem zu: die Hitze in Bad Salzdetfurth (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Ganz nach Plan lief die Rückkehr René Tanns (Fuji Bikes Europe), ehemaliger Deutscher U23-Meister, nach seiner Borreliose-Erkrankung nicht: nachdem der Suhler Mountainbiker zwei Monate pausiert hatte, sollte die 7-Etappen-Fahrt "Vaude Trans Schwarzwald" den Einstieg in die zweite Saisonhälfte markieren. Doch bereits nach vier Etappen war in Schonach Schluss: "Ein vor Ort nicht behebbares technisches Problem zwang uns aufzugeben", berichtete Tann niedergeschlagen vergangenen Donnerstag. Bereits zuvor hatte er immer wieder mit Defekten zu kämpfen gehabt: bereits bei der Auftaktetappe von Pforzheim nach Bad Wildbad hatte Tann, der im Schwarzwald für den hessischen Naben-Hersteller Rohloff an den Start ging, mit einem Platten zu kämpfen gehabt: "Da war die Spitzengruppe natürlich weg." So kassierte Tann bereits am ersten Tag bereits über zwanzig Minuten auf den Spitzenreiter und späteren Gesamtsieger Stefan Sahm (Bulls). Auch am zweiten Tag lief es nicht besser - im Gegenteil: "Ich hatte im Wohnmobil nicht gut geschlafen - und auch die Beine fühlten sich ganz schön unwillig an." Während die wartungsfreie Rohloff-Nabe bei dem schlechten Wetter ihre ganze Stärke ausspielen konnte - "es gab kein Springen der Kette, die Gängen gingen sauber rein" - kämpfte Tann mit sich und gegen die Uhr. Fast eine Stunde betrug der Gesamtrückstand bereits am zweiten Tag. Bei dem hochklassigen besetzten Feld waren damit natürlich alle Chancen auf eine Topplatzierung in der Gesamtwertung für den Thüringer dahin. "Ich musste - und wollte - mich nun auf die einzelnen Etappen konzentrieren und dort gute Tagesergebnisse einfahren - vielleicht sogar auch mal um den Tagessieg mitkämpfen." Bereits am nächsten Morgen schien er dazu die Gelegenheit zu haben: die Beine waren gut - und bis zur letzten Steigung konnte der Suhler Sportsoldat in der Verfolgergruppe mithalten. "Als ich in einem Anstieg kurz vom Rad musste, habe ich die Attacke der anderen verpasst", ärgerte sich Tann später über die verpasste Chance. "Trotzdem war ich heute zumindest sportlich mit mir zufrieden", zog er ein positives Resümee der kurzen Etappe nach Wolfach. Und eigentlich sollte es auch am nächsten Tag so weitergehen, doch ein technische Probleme am Rad machte eine Weiterfahrt unmöglich. Ganz unglücklich war Tann aber über das vorzeitige Ausscheiden nicht: "Jetzt kann ich mich noch bis zum Bundesliga-Finale am Sonntag in Bad Salzdetfurth regenerieren", sagte er nach der Etappe in Schonach, ehe er die Heimreise nach Suhl antrat.

Doch gleich zu Beginn des Rennens in Bad Salzdetfurth, südlich von Hildesheim, musste René Tann feststellen, dass die drei Tage Erholung doch zu knapp bemessen waren, um eine Toppleistung erbringen zu können: schon am Start gelang es ihm nicht, seine übliche Spritzigkeit auszuspielen, dazu kamen noch die altbekannten Probleme mit der Hitze - und auch der Magen wollte nicht ganz mitspielen: "Ich musste mein eigenes Tempo fahren, aber das hat heute nicht gereicht, um vorne mit dabei zu sein." Erst in der dritten Runde, als er längst weit abgeschlagen hinter Tages- und Gesamtsieger Moritz Milatz (Multivan-Merida) lag, fand er seinen eigenen Rhythmus: "So wollte ich eigentlich mein ganzes Rennen fahren." Doch lange hielt er das Tempo zunächst nicht durch. Erst gegen Rennende ("Die Cola in der vorletzten Runde tat ihre Wirkung!") fing Tann sich wieder, konnte noch ein paar Plätze gut machen und das letzte Bundesliga-Rennen der Saison in Bad Salzdefurth, wo im kommenden Jahr die Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden, auf dem 17. Rang beenden. In der Bundesliga-Gesamtwertung reichte das für den zehnten Platz, obwohl Tann krankheitsbedingt weder in Albstadt noch in Wetter Punkte einfahren konnte und aus vorbereitungstaktischen Gründen auf alle Sprints an den Vortagen der Bundesliga-Läufe verzichtet hatte.

Am Sonntag steht im österreichischen Graz bereits der nächste Saisonhöhepunkt auf dem Programm: statt für die Cross-Country-Weltmeisterschaft in zwei Wochen im australischen Canberra - Tann hatte die Qualifikationsnorm bei den Weltcups deutlich verfehlt - nominierte ihn der Bund Deutscher Radfahrer für die Marathon-Weltmeisterschaft in der Steiermark. "Ich habe großen Respekt vor der Strecke, vor allem weil sie viele Singletrails und wurzelige Abschnitte enthält", so Tann, der bislang vor allem bei Marathons in Thüringen und kürzlich bei der Trans Schwarzwald Langstrecken-Erfahrungen gesammelt hat. "Ich hoffe, dass es nicht ganz so schlecht wird", meint Tann, der nach eigener Einschätzung "keine Ahnung [hat], wo ich im Marathon international stehe."

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