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19.02.2009 - René Tann bleibt beim Fuji Team Europe
Nach einem von viel Pech geprägten Jahr 2008 will der Suhler Sportsoldat wieder national und international angreifen. Eine messbar erfolgreiche Saisonvorbereitung lässt hoffen. (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Derzeit trainiert der Suhler Sportsoldat René Tann (23) mit der deutschen Mountainbike-Nationalmannschaft unter Anleitung von Bundestrainer Frank Brückner auf der Deutschen liebsten Urlaubsinsel Mallorca. Mallorca ist im späten Winter beliebt bei Radfahrern aus ganz Mitteleuropa. Hier trifft man sich bei meist schon milden Temperaturen zum gemeinsamen Training entlang der blühenden Mandelhaine. Hier trainieren Hobbysportler aller Altersklassen genauso wie Profis. Eines der Zentren ist Alcudia im Norden. Die wenigen schon offenen Hotels an der Küste - die Wirtschaftskrise ist auch hier deutlich zu spüren - sind Ausgangspunkt vieler Touren.

Doch darum soll es nur am Rande gehen: für René Tann, der zwei Wochen lang im schneefreien Süden mit der Nationalmannschaft trainiert, ist es die letzte große Chance für einen gelungenen Formaufbau nach einer äußerst durchwachsenen Saison 2008, das von viel Pech, Defekten und Stürzen gekennzeichnet war. "Ich will wieder da hin, wo ich im Sommer 2007 war", gibt sich der Thüringer kämpferisch. Damals hatte Tann in Gerstetten den Titel des Deutschen U23-Meisters erobert. Und er gibt sich zuversichtlich: "Die Testwerte der Leistungsdiagnostik sind sehr positiv."

Auch andere Parameter sprechen für eine erfolgreiche Saison 2009: René Tann setzt auch in der kommenden Saison die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Team Fuji Bikes Europe unter Leitung von Bernhard Mollnhauer fort: "Mit Silke Schmidt und Neuzugang Andi Weinhold sind wir nun drei deutsche Nachwuchsmeister im Team - das ist Verpflichtung und Ansporn zugleich!"

Doch der Weg zurück an die Spitze wird hart, das weiß auch der Thüringer Sportsoldat, der im Winter auch seine Karriere bei der Bundeswehr vorangetrieben hat und mittlerweile den Dienstgrad eines Unteroffiziers bekleidet. "Im Jahr 2008 bin ich immer wieder genau dann weit zurückgeworfen worden, wenn das Training angeschlagen hat und ich wieder Form hatte. Es war immer ein Schritt vor, aber gleich wieder zwei zurück." Die Folge: René Tann rutschte in der Weltrangliste weit nach hinten ab. "Jetzt muss ich zunächst einmal bei den Rennen weit hinten starten und mich dann durchs Feld hindurch nach vorne kämpfen."

Deswegen steht jetzt nach einigen Vorbereitungsrennen auf Zypern und Sachsen als erster Saisonhöhepunkt Anfang April der Weltcup-Auftakt im südafrikanischen Pietermaritzburg an, noch ehe in Münsingen bei Ulm die deutsche Bundesliga startet. "Mein Ziel ist es natürlich, für die Europameisterschaft in den Niederlanden und die Weltmeisterschaft im September in der australischen Hauptstadt Canberra nominiert zu werden. Bis dahin muss ich bei den Weltcups beweisen, dass ich wieder zu den besten deutschen Fahrern gehöre." Deswegen spielt das erste Weltcup-Rennen in Pietermaritzburg eine besondere Rolle: "Ich will dort unter die besten 50 kommen, um zwei Wochen später in Offenburg einen deutlich besseren Startplatz zu haben."

Doch Tann gibt sich zuversichtlich: "Ich habe diesen Winter ähnlich trainiert wie vor zwei Jahren. Das Experiment im vergangenen Jahr hat nicht so gut funktioniert." Im letzten Jahr hatte der Südthüringer fast gänzlich auf eine Pause zwischen den beiden Saisonen verzichtet und zwischen Dezember und März insgesamt fünf Trainingslager im Süden bestritten. In diesem Winter hatte Tann sein Sportgerät für fast vier Monate in die Ecke gestellt. Erst Ende Januar holte er sein Fuji-Mountainbike wieder aus der Garage. Bis dahin hielt er sich mit Laufen, Skilaufen und Krafttraining fit - mit Erfolg. Jetzt holt er sich auf Mallorca den letzten Schliff für die lange Saison: "Es gilt, die Kraft, die ich habe, zu stabilisieren. Wichtig ist es jetzt, die Grundlagenausdauer noch weiter auszubauen - deswegen bin ich hier mit der Nationalmannschaft auf Mallorca. Wir fahren hier lange Einheiten und trainieren hart am Berg. In Zypern heißt es dann schon Rennhärte und Schnelligkeit zu trainieren" sagte René Tann am Dienstag auf Mallorca, ehe er mit den anderen Nationalfahrern auf dem Rad das Hotel verließ und Richtung Berge rollte.

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