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30.03.2010 - René Tann (Team Germina) überrascht in Langenlois als Zweiter
Bei der Kamptal-Klassik in Österreich kann der 24-jährige Suhler Mountainbiker endlich wieder an die Ergebnisse von 2007 anknüpfen. (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Lange ist es her, dass der Suhler Mountainbiker René Tann vom Team Germina bei einem international ausgeschriebenen Rennen auf dem Podest stand: Beinahe drei Jahre musste der 24-jährige Sportsoldat darauf warten. Damals hatte er sich beim Bundesliga-Rennen in Sundern-Hagen in der letzten Runde nur dem späteren Deutschen Meister Wolfram Kurschat geschlagen geben müssen, nachdem Tann lange Zeit in Front gelegen hatte. Das gleiche Schicksal hatte ihn auch ein paar Wochen zuvor in Langenlois in Niederösterreich ereilt, als er in der letzten Runde einen Defekt hatte und als Vierter das Podium knapp verfehlte. Danach folgten über zwei Jahre Leidensgeschichte mit Erkrankungen, heftigen Stürzen und viel Pech. Doch nun scheint René Tann an sein Erfolgsjahr 2007 endlich wieder anknüpfen zu können: bei der stark besetzten Kamptal-Klassik, dem Auftakt-Rennen zum Austria-Cup, setzte sich der Deutsche U23-Meister von 2007 exzellent in Szene, führte das internationale 128 Mann-Feld durch die Startrunde, setzte sich danach an der zweiten Stelle hinter dem späteren Sieger Jaroslav Kulhavy (Tschechien) auf Platz 2 und gab diese Position bis ins Ziel nicht mehr. Für den Suhler bedeutete das das beste internationale Ergebnis seit seinem Erfolg in Sundern-Hagen 2007: "Es zeigt, dass die Trainingsumstellung Früchte trägt und wir auf dem richtigen Weg sind", analysierte Tann im Ziel - und mahnte zugleich: "ich muss jetzt aufpassen, die Form nicht zu verheizen: die wirklich wichtigen Rennen, die deutschen und internationalen Meisterschaften, sind erst im Sommer!"

Das Streckenprofil der vor allem konditionell anspruchsvollen, aber technisch nicht zu unterschätzenden Strecke am Heiligenstein, dem berühmten Riesling-Weinberg oberhalb von Langenlois, kam René Tann durchaus entgegen - vor allem der lange Anstieg in der Startrunde. Der Germina-Fahrer beherrschte sich nach dem Start zunächst und hielt sich im Hintergrund, ehe er auf den letzten 500 Metern des langen Teeranstiegs sich erst auf Platz 2 und dann kurz vor der Einfahrt in den Singletrail an die Spitze des Feldes setzte. "Überraschenderweise kam die Gruppe hinter uns nicht näher", wunderte sich Tann ein wenig über die Zurückhaltung der Konkurrenz, obwohl er ein wenig Tempo heraus nahm, um Kräfte zu sparen. "Ich fand meinen Rhythmus, ließ Kulhavy ziehen und konzentrierte mich auf die schnellen Abfahrten durch die steilen Weinberge." Mit ihrem losen Staub und den spitzen Steinen forderten diese Downhills durchaus fahrerisches Können - viele platte Reifen und Stürzen bei der Konkurrenz zeugten davon. Die Abfahrt-Schwäche, die Tann in den letzten Jahren gezeigt hatte, war dabei wie weggeblasen: "Mit meinem Germina und den Notubes-Felgen blieb ich super in der Spur", lobte der Suhler sein Sportgerät aus Unterschönau und Dresden. "Ich habe wieder Vertrauen zu meinem Bike - und damit traue ich mich auch wieder mehr!"

Doch in der zweiten Runde gelang es den Verfolgern mit den beiden amtierenden bzw. ehemaligen Österreichischen Staatsmeistern Hannes Metzler und Christoph Soukup und dem späteren Drittplatzierten Tomas Vokrouhlik aus Tschechien näher zu kommen: "Ich wollte auf keinen Fall in diese Gruppe zurückfallen und erhöhte die Taktzahl", beschrieb Tann den letzten Kontakt mit der Konkurrenz: Die Tempoverschärfung zeigte Wirkung und der Deutsche konnte sich endgültig von seinen Konkurrenten absetzen. "Ich habe meinen Vorsprung kontinuierlich ausgebaut", berichtete der Sportsoldat nach dem Rennen, "auch wenn ich ein wenig Angst hatte, dass die Kraft hinten raus nicht reichen könnte." Doch die Taktik ging auf und Tann hielt sich bis ins Ziel souverän auf dem zweiten Platz: "Ich freue mich, dass ich endlich wieder beweisen konnte, dass ich das Mountainbike nicht verlernt habe", freute er sich.

Am kommenden Osterwochenende wird René Tann ein Rennen in den Niederlanden bestreiten. Und bereits am nächsten Tag geht es weiter auf die spanische Ferieninsel Mallorca, wo er gemeinsam mit der Mountainbike-Nationalmannschaft an der "kleinen Mallorca-Rundfahrt", der Cinturion, teilnehmen wird: "Das ist ein letztes Aufbau-Training für den Bundesliga-Auftakt in Münsingen (18.04.) und die beiden folgenden Weltcups in Dalby Forest (Großbritannien, 25.04.) und Houffalize (Belgien, 02.05.). Dort wird sich zeigen, was dieser zweite Platz tatsächlich wert ist." 2007 war es ein guter Fingerzeig auf die folgenden Rennen: in Münsingen gewann Tann souverän die U23-Klasse, in Houffalize wurde er Fünfter. Man darf gespannt sein, ob Tann in der Elite in seiner jetzigen Form daran anschließen kann. Die Vorzeichen stehen gut.

zu den Bildern

Videos:

René Tann im Downhill:

René Tann beim Zieleinlauf:

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