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07.05.2010 - Startplatz verhindert gute Platzierung
Chaotische Bedingungen in der Startphase des zweiten Laufs zum Mountainbike-Worldcups bringen den Thüringer Sportsoldaten um die Chance, in die Punkteränge zu fahren (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Viel hatte sich der Suhler Mountainbiker vom Team Germina für den zweiten Lauf zum Mountainbike-Worldcup in den belgischen Ardennen vorgenommen: In Houffalize wollte René Tann nach langer Abstinenz auf der internationalen Bühne endlich wieder in die Punkteränge (bis Platz 60) fahren. „Ich weiß, dass es schwer werden wird“, so Tann schon im Vorfeld des Rennens am vergangenen Sonntag. Denn die Startrunde durch das malerische Städtchen Houffalize ist vor allem bei den Sportlern, die aus den hinteren Startreihen ins Rennen gehen müssen, gefürchtet: nicht nur wegen des steilen Anstiegs – da müssen schließlich alle durch und gerade dem explosiv startenden Tann kommt solch ein Profil ja entgegen – sondern vor allem wegen der regelmäßig zu erwartenden chaotischen Zustände besonders in den ersten Abfahrten. Denn gut 210 Fahrer versuchten, einen möglichst schnellen Weg durch das Startgetümmel zu finden, die vorderen Plätze in den Singletrails zu erreichen. Denn durch die Staus vor den ersten Engstellen verliert man schnell fünf Minuten auf die Spitze, man ist quasi chancenlos von Anfang an.

„Gleich zwei Mal musste ich gestürzten Fahrern ausweichen“, berichtete René Tann von seinen eigenen Bemühungen, nach vorne zu kommen. „Das hat natürlich Zeit gekostet, weil kaum Platz zum Ausweichen da war.“ Einige Konkurrenten suchten ihr Heil neben der Strecke, fuhren jenseits der längst zerstörten Absperrbanden, wuchteten sogar ihre Fahrräder über die schweren Absperrgitter, um schneller nach vorne zu kommen. „Ich habe mich bewusst für die faire Variante entschieden und bin auf der Strecke geblieben, auch wenn es schwer fiel“, so Tann nach dem Rennen.

Die Folge: als 175. passierte Tann, der auf Platz 126 ins Rennen gegangen war, nach gut vier Kilometern zum ersten Mal die Ziellinie, bereits mit 4:44 Minuten Rückstand auf den führenden und späteren Zweiplatzierten Manuel Fumic und auch von seinem Ziel „Platz 60“ schon über zwei Minuten entfernt.
„Auch in der ersten kompletten Runde ging es noch nicht vorwärts, alles war noch recht dicht beieinander, da konnte man schlecht überholen.“ Dennoch konnte er zumindest 22 Fahrer hinter sich lassen. Erst in der zweiten Runde hatte der Sportsoldat René Tann freie Fahrt – und drehte auf: mit der 35.-besten Rundenzeit überholte er satte 35 Fahrer. Danach allerdings wurde es wieder etwas zäher: zum einen, weil sich das riesige Feld mittlerweile weit auseinander gezogen hatte, zum anderen, „weil die Aufholjagd, das ständige Antreten und häufige Abbremsen hinter Konkurrenten immens Kraft gekostet hat“, wie Tann seinen Rennverlauf später schilderte. Dennoch konnte er sich kontinuierlich nach vorne arbeiten und in der vorletzten der fünf Runden in die Top100 vordringen. Am Ende beendet Tann das Rennen auf dem 96. Platz, 14:46 Minuten hinter dem spanischen Sieger José Antonio Hermida und 3:30 Minuten hinter dem ersehnten 60. Platz. 

„In den Tagen vor dem Rennen habe ich mich nach meiner Erkältung wieder richtig gut gefühlt, und auch mit der Strecke bin ich im Training eigentlich gut zurechtgekommen“, meinte der Sportler vom 1. MTB-Club Suhl nach dem Weltcup-Lauf etwas enttäuscht über das erneut verpasste Ziel. „Jetzt werde ich in Offenburg in drei Wochen wieder weit hinten starten müssen, mich wieder durchs Feld kämpfen müssen und am Ende hoffen, dass es nicht nur in der Tageswertung für Platz 60 reicht, sondern für so viele Punkte, dass ich schon in der Gesamtwertung unter den besten 60 stehe, denn nur dann werde ich beim übernächsten Weltcup deutlich weiter vorne stehen können.“ Deswegen ist jetzt erst einmal ein bisschen Ruhe und Erholung sowie ein rennfreies Wochenende für den Suhler Mountainbiker angesagt, ehe in zwei Wochen mit dem Bundesliga-Lauf in Heubach eines der konditionell anspruchsvollsten Rennen in Deutschland auf dem Programm steht. „An Heubach habe ich nun wirklich keine guten Erinnerungen, schließlich bin ich dort zwei Mal heftig gestürzt“, so Tann. „Aber da muss ich durch, allein schon deswegen, um in der Bundesligawertung zu blieben.“ Wegen einer Erkältung hatte Tann den Bundesligaauftakt in Münsingen vor wenigen Wochen kurzfristig absagen müssen. „Aber eigentlich liegt mir ja der lange, steile Berg in Heubach“, freut sich Tann schon auf das Rennen am 16. Mai. „Und auch wenn es eines der wenigen HC-Kategorie weltweit ist, der höchsten Rennklasse unterhalb des Weltcups, und es daher sicherlich stark besetzt sein wird, will ich endlich zeigen, dass ich dieses Jahr wirklich etwas drauf habe, so wie ich es schon in Langenlois bewiesen habe!“, so der Fahrer des thüringischen Germina-Teams.

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