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01.06.2010 - Top100 beim Heim-Weltcup in Offenburg
Knieschmerzen und die Nachwirkungen einer Erkältung bremsen die Erwartungen des Thüringer Mountainbikers: „Neuer Formaufbau ist angesagt“ (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Eine Woche vor Ostern, als der Suhler Mountainbiker René Tann vom Team Germina bei der Kamptal-Klassik Trophy im österreichischen Langenlois den zweiten Platz belegte, war seine Welt noch in Ordnung. Doch eine heftige Erkältung ausgerechnet kurz vor dem Bundesliga-Auftakt in Münsingen warfen den 24-jährigen Sportsoldaten wieder weit zurück. Bei den ersten beiden Weltcups im englischen Dalby Forest und im belgischen Houffalize konnte der Thüringer seine eigenen Erwartungen und Hoffnungen, nämlich in die Punkteränge zu fahren. Zwar gelang ihm das auch beim Heim-Weltcup im badischen Offenburg nicht, doch zeigte der Germina-Fahrer eine ansprechende Leistung und kam als 89. erstmals in dieser Weltcup-Saison in die Top100.

„Die Erkältung im April hat mich deutlich weiter zurück geworfen, als ich zunächst dachte“, so Tann schon im Vorfeld des Weltcups. „Die gute Form, die ich in Langenlois bewiesen hatte, habe ich komplett verloren.“ Selbst beim Bundesliga-Rennen in Heubach vor einer Woche musste sich Tann mit dem höchst unbefriedigenden 36. Platz zufrieden geben. Bei seinem Schicksalsrennen am Fuß der Schwäbischen Alb (in den vergangenen Jahren war er bereits mehrfach teils schwer gestürzt) hatte er sich bereits in der ersten Runde einen Platten eingefahren, als er nach einer harten Startphase seinen Körper bis an die Leistungsgrenze belastet hatte: „Mir wurde fast schwarz vor Augen. Da habe ich wohl einen spitzen Stein übersehen.“ Zu allem Überfluss verstauchte sich der ehemalige Deutsche U23-Meister dann beim Laufen ins Materialdepot auch noch den Knöchel: „Dabei hatte ich extra die sicherste Variante gegen eine Reifenpanne gewählt, mit Reparaturmilch und Schlauch“, ärgerte sich Tann. Als er dann später auch noch kopfüber über den Lenker „abstieg“ und sich dabei schmerzhaft am Knie verletzte, musste Tann die Hoffnung auf eine ordentliche Platzierung oder gar Weltranglistenpunkte in den Wind schreiben.

„Mit den Knieschmerzen habe ich die ganze Woche lang vor dem Weltcup in Offenburg zu kämpfen gehabt“, berichtete Tann schon im Vorfeld des Heim-Weltcups im Nordschwarzwald, der bereits zwei Mal vom Weltradsportverband UCI zum besten Cross-Country-Weltcup des Jahres gekürt wurde. „Entsprechend zäh lief es dann auch in den ersten beiden Runde“, resümierte Tann nach dem Offenburger Rennen. „Doch in der dritten Runde lief’s endlich rund, ich fand einen guten Rhythmus und konnte auch frei fahren: die Staus vor den Engstellen, die zwangläufig entstehen, wenn 250 Fahrer in einen Singletrail wollen, waren endlich weg, es gab kein ‚Stopp and Go‘ mehr.“ Doch Tann hatte sich zu früh gefreut und wohl auch etwas zu sehr verausgabt, denn schon in der Folge gingen seine Rundenzeiten wieder nach oben: „Ich habe wohl ein wenig überzogen und bin die Aufholjagd für meine Verhältnisse etwas zu schnell angegangen. Daher musste ich einfach ein bisschen Geschwindigkeit rausnehmen.“ Auf Weisung der Rennkommissäre musste Tann das Rennen sogar vorzeitig beenden, um einer Überrundung durch den späteren Sieger, Olympiasieger Julien Absalon (Frankreich), zuvorzukommen. So wurde René Tann am Ende als 89. Gewertet. „Immerhin endlich zweistellig, auch wenn ich natürlich weit von meinem Ziel, in die Weltcup-Punkte hineinzufahren, weit entfernt bin.“

„Ich muss versuchen, meine Form neu aufzubauen“, lautete denn also auch das Resümee des ersten Weltcup-Blocks der Saison. Da kam dem Sportsoldaten mit Dienstort Todtnau im Schwarzwald sehr gelegen, dass sich die Mountainbike-Nationalmannschaft unter Bundestrainer Frank Brückner in diesen Tagen am Olympiastützpunkt im sächsischen Altenberg trifft, um Grundlagen-Ausdauer und Kraft zu trainieren. „Mein Ziel ist es, zunächst wieder beim Bundesliga-Rennen in Albstadt Mitte Juni wieder fit zu sein. Das dürfte auch realistisch sein.“ Denn erst mit einer ordentlichen Platzierung dürfte die Welt für den so hoffnungsfroh und ermutigend in die Saison gestarteten Tann wieder in Ordnung sein.

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