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24.06.2010 - René verteidigt Platz 2 in der Gesamtwertung des Austria-Cups
Beim Reifenpoker im Regenrennen von Windhaag (Oberösterreich) setzte der Suhler Mountainbiker zwar auf das falsche Profil. Trotzdem zeigte sich der 24-jährige mit dem siebten Platz zufrieden (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Die kurze, aber heftige Mountainbike-Strecke in Windhaag bei Perg in Oberösterreich, auf halbem Weg zwischen Linz und St. Pölten gelegen, zählt durchaus zu den schwereren ihrer Art, selbst wenn sie trocken ist. Dass es noch eine Stufe anspruchsvoller geht, mussten die knapp 50 Fahrer aus 13 Nationen erfahren, die sich am Sonntagnachmittag auf den rund vier Kilometer langen Kurs machten: Einsetzender Regen verwandelte die Piste in eine teils unkontrollierbare Rutschpartie, wo Laufen oft sicherer zum Ziel führte als Fahren. Für den Suhler Mountainbiker René Tann vom Team Germina sollte der zweite Lauf zum Austria-Cup die Rückkehr zu jener guten Frühjahrsform sein, die er durch eine Erkältung im April verloren hatte. Und so zeigte sich der 24-jährige gleich von Beginn an in der dreiköpfigen Spitzengruppe: „Wenn man schon mal wieder ein richtig gutes Gefühl in den Beinen hat, dann muss man das auch ausnützen!“

Doch der Startschuss war wohl zugleich auch das Zeichen für die Wolken, ihre Schleusen zu öffnen. Zwar hatte es auch schon in der Nacht zuvor geregnet, doch bis zum Start des Herren-Rennens war die Strecke unterhalb des Windhaager Schlosses weitgehend abgetrocknet und noch gut befahrbar gewesen. Das änderte sich doch jedoch nun minütlich. Von Runde zu Runde wurde die Strecke schmieriger und rutschiger. „Ich hatte definitiv den falschen Reifen gewählt“, musste Tann nach dem Rennen einräumen, das aufgrund der Wetterbedingungen gleich zwei Mal auf letztendlich sieben Runden verkürzt wurde: um eine Runde schon vor dem Start, und dann noch einmal um eine weitere zu Rennmitte: „Ich hatte nicht geglaubt, dass ich einen wirklich extremen Matschreifen benötigen würde.“ Tann, der das Rennen nach seinem starken Antritt beim Start in der ersten Runde noch souverän angeführt hatte, musste in der zweiten Runde in einer spektakulären Abfahrt gleich zehn Fahrer passieren lassen, als er versuchte, den Downhill im Sattel sitzend zu meistern. Als er an gleicher Stelle eine Runde später auch noch fast in die Zuschauer fuhr, entschied sich der Sportsoldat, in Zukunft den sicheren Weg zu gehen und zu laufen: „Das hat mich natürlich immer wieder aus dem Rhythmus gebracht. Und ich hatte natürlich Angst, mir wie schon in Heubach den Knöchel zu verstauchen. Aber diesmal ging alles gut.“ Obwohl er immer wieder vom Rad musste, sogar bergauf, konnte der Germina-Fahrer mit konstanten Rundenzeiten im weiteren Verlauf des Rennens wieder Plätze gut machen und schließlich nach einer Fahrzeit von exakt 1:40:00 Stunden als Siebter die Ziellinie überqueren: „Von den Beinen her wäre heute sicher mehr drin gewesen, obwohl ich die Woche zuvor sehr hart trainiert habe. Aber ich konnte die Kraft bei diesen extremen Bedingungen nicht in Geschwindigkeit umsetzen“, analysierte René Tann nach dem Rennen. „So bin ich unter diesen Umständen mit dem Resultat durchaus zufrieden – es zeigt, dass ich im Hinblick auf die Deutsche Meisterschaft in vier Wochen auf dem richtigen Weg bin.“ Dieser siebte Platz genügt René Tann allerdings, um seinen zweiten Platz bei der Mountainbike Liga Austria 2010, dem österreichischen Pendant zur deutschen Mountainbike-Bundesliga und dem schweizerischen Racer Bikes Cup, zu verteidigen. Allerdings wird er keine Chance haben, sich zu verbessern, ja nicht mal den Platz zu verteidigen: bei den beiden ausstehenden Rennen in Kirchberg am kommenden Wochenende und beim Finale in Haiming, das zugleich Österreichische Staatsmeisterschaft ist, damit zum einen die ausländischen Fahrer aussperrt und zeitgleich zur Deutschen Meisterschaft stattfindet, wird Tann nicht an den Start gehen können.

Denn am kommenden Wochenende wird der Deutsche U23-Meister von 2007 mit der deutschen Mountainbike-Nationalmannschaft bei einem Etappen-Rennen in den französischen Alpen bei Lyon antreten: die drei Etappen der „Tour de L’Ain“ sollen nicht nur weitere Weltranglisten-Punkte auf das Konto-des Germina-Fahrers spülen, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil von Tanns Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft am 18. Juli in Bad Salzdetfurth.

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