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24.04.2009 - Bundesligaauftakt in Münsingen: Kranker René wird 18.
Trotz Erkältung wagte sich der Suhler Mountainbiker René Tann zum Bundesliga-Auftakt auf die Schwäbische Alb. Er schlug sich wacker - und verpasste nur knapp die Weltranglisten-Punkte. (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Krank an den Start eines Rennens zu gehen, ist durchaus ein Risiko. Zum einen, weil die körperliche Leistung ohnehin eingeschränkt ist. Zum anderen, weil auch Spätfolgen wie die seltene, aber gefürchtete, weil lebensgefährliche Entzündung des Herzmuskels drohen. Trotzdem wagte der Suhler Mountainbiker René Tann vom Team Fuji Bikes Europe den Start beim Bundesliga-Auftakt in Münsingen auf der Schwäbischen Alb. Vielleicht ein wenig auch aus der Not heraus: denn bislang war das noch junge Mountainbike-Jahr für den Südthüringer mit wenig Erfolg gekrönt: lediglich ein Sieg beim bundesoffenen Rennen in Goseck steht zu Buche, eine Hitzerschöpfung beim Weltcup in Südafrika eine Woche vor Münsingen ließ das angestrebte Minimalziel "Top60" in weite Ferne rücken. Nun sollte der Bundesliga-Auftakt ein erstes Saison-Highlight werden. Doch am Freitag meldete sich eine aufkeimende Erkältung, am Samstag war an einen Start beim Sprint-Rennen in Münsingen völlig unmöglich. Freunde und Betreuer rieten Tann zur Vorsicht, doch da die Symptome am Sonntagmorgen etwas abgeklungen waren, entschied sich der Sportsoldat doch für einen Einsatz im Rennen - und es lief erfreulich gut für den Suhler: "Direkt nach dem Start war ich zwar ein wenig eingeklemmt, aber am berühmt-berüchtigten Starthügel bin ich gut nach vorne gekommen: auf dem Teerstück war ich schon unter den besten Zehn, obwohl ich aus der dritten Startreihe starten musste."

Auf der fünf Kilometer langen, schnellen Strecke auf der Schwäbischen Alb konnte sich Tann in der ersten Runde noch weiter nach vorne arbeiten und passierte als Fünfter die Ziellinie. "Doch die erste Runde war verdammt schnell", analysierte Tann später: "Und ich wusste ja, dass ich nicht hundertprozentig fit bin. Deswegen habe ich Tempo rausgenommen und bin mein eigenes Tempo gefahren." Unter dem strahlend blauen Himmel von Münsingen ließ er sich auf einen Platz um Rang 10 zurückfallen, wo er sich trotz verstopfter Nase bestens behauptete - bis er sich in der dritten von acht Runden einen Defekt am Hinterrad zuzog, der ein großes Loch in den Reifen riss: "Da half auch die Pannenschutz-Milch im Reifen nichts mehr." Auf dem Weg ins Materialdepot verlor Tann über eine Minute und rund sieben Plätze. Plätze, die er zunächst zumindest teilweise wieder aufholen konnte, nachdem er mit einem neuen Laufrad unterwegs war. Doch die schnelle erste Runde und die Aufholjagd kosteten Kraft: "In der letzten Runde ging es richtig zäh", musste Tann nach dem Rennen eingestehen. Ein paar Fahrer musste er noch überholen lassen, ehe er zum letzten Mal die Ziellinie als schließlich 18. überquerte. "Wenn ich den Platten nicht gehabt hätte, wäre ich wohl in die Weltranglisten-Punkte gefahren", zeigte sich der 23-jährige mit seiner Leistung "unter den gegebenen Umständen" zufrieden. "Das Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen für die kommenden Rennen."

Dieses Selbstvertrauen kann Tann auch brauchen: am Wochenende steht im badischen Offenburg der erste europäische Weltcup an, bereits eine Woche später in Belgien der nächste. Nachdem es der Suhler beim Weltcup-Auftakt in Südafrika nicht geschafft hatte, Weltcup-Punkte zu sammeln, wird er in Offenburg etwa um Platz 150 ins Rennen gehen müssen, rund 80 Fahrer werden dann aber immer noch hinter ihm stehen: "Ich hoffe, dass die beiden Startrunden ausreichen, um mir eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen - und dann wird man sehen, was passiert", so Tann, dessen Nase immer noch ein wenig verschnupft klingt. "Es war sicherlich kein Fehler, in Münsingen zu starten. Das Rennen hat mir gut getan und hat auch gut in meinen Formaufbau gepasst." Zwar bemängelt Tann, dass die Strecke in Offenburg am Rande des Schwarzwalds recht flach ist ("Mehr Höhenmeter wären mir lieber gewesen"), dennoch freut sich der Fuji-Biker auf die Herausforderung: "Die Zuschauerkulisse in Offenburg war in den vergangenen Jahren immer gigantisch. Da macht es richtig Spaß zu biken. Und ich verspreche meinen Fans: ich werde alles aus mir rausholen, was möglich ist. Schließlich ist der einzige Weltcup in Deutschland eine besondere Motivation!"

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