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01.03.2011 - Gelungener Start von René Tann (BlackTusk RacingTeam) in die neue Mountainbike-Saison
Beim stark besetzten Saisonauftakt in den Machairas-Bergen auf Zypern belegt der Suhler Mountainbiker den 13. Platz. Auch im Jahr 2011 setzt der Sportsoldat die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Thüringer Bikeschmiede Germina fort (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Viele Weltranglisten-Punkte gab es für die Mountainbiker am vergangenen Wochenende auf der Insel Zypern zu sammeln: auf der Sonneninsel im Mittelmeer wurde eines der weltweit wenigen Etappen-Rennen der Ehrenkategorie, der Hors class, ausgetragen, bei der es fast zu so viele Punkte zu verdienen gibt wie bei einem Weltcup. Entsprechend stark besetzt war der Wettkampf, über 80 Teilnehmer aus aller Herren Länder kämpften um die besten Plätze, darunter der amtierende Marathon-Weltmeister Alban Lakata aus Österreich und der tschechische Weltranglisten-Führende Jaroslav Kulhavy. Und auch wenn es für viele vor allem ums Training unter sonnigen Bedingungen geht: der Cyprus Sunshine Cup gibt doch auch oft erste Hinweise auf die bevorstehende Saison.

Für den 25-jährigen Suhler Mountainbiker René Tann, der sich im vergangenen Jahr kontinuierlich verbessert hatte, sollten aber auch die zu erreichenden Punkte im Mittelpunkt stehen: „Mein erstes großes Ziel in dieser Saison ist der Weltcup-Auftakt in Südafrika Ende April, da möchte ich schon beim Start weit vorne aufgestellt werden.“ Aber natürlich war sich der Sportsoldat durchaus bewusst, dass die Voraussetzungen dafür, in Zypern Punkte zu holen, nicht die besten waren: „Ich hatte gerade einmal 1.000 Kilometer auf dem Rennrad in den Beinen, zwei Tage vor dem Rennen am Wochenende bin ich zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Mountainbike gesessen.“ Der harte Winter im Thüringer Wald hatte Tann zum Training auf den Langlauf-Skiern und im Fitnessstudio verdammt, lediglich ein kurzes Trainingslager im Januar auf Mallorca hatte ihn in den vergangenen Monaten an seinen eigentlich Beruf als Radfahrer im Auftrag der Bundeswehr erinnert: „Dafür lief es in Zypern sehr gut“, bilanzierte Tann am Ende seinen 13. Platz: „Mein Ziel, unter die besten 15 zu kommen, habe ich damit erreicht.“

Drei Etappen umfasste das Afxentia Stage Race in den Machairas Bergen südwestlich der Hauptstadt Nikosia. Den Auftakt bildete dabei ein Zeitfahren über eine Runde auf dem neu gestalteten, nun 5,5 Kilometer langen Cross-Country-Kurs, der in seiner neuen Form zwei ineinander gelegten Kreisen gleicht, was ihn sowohl für Zuschauer als auch Fahrer attraktiv macht. „Ich bin mit gemischten Gefühlen ins Rennen gegangen, schließlich war ich schon lange nicht mehr auf meinem Germina-Bike gesessen“, so Tann nach dem Rennen. „Gerade auf dem losen Untergrund kann man in einer Kurve schnell mal wegrutschen. Deswegen wollte ich schon zügig fahren, es aber auch nicht gleich übertreiben.“ Am Ende benötigte der Thüringer am Freitag 55 Sekunden länger als Tagessieger Jan Skarnitzl aus Tschechien, was zunächst einmal den 23. Platz bedeutete: „Auf einer so kurzen Strecke sind die Abstände natürlich dicht, das wird sich am Samstag ändern“, war sich Tann vor dem Marathon-Rennen (Point-to-Point) über 44 Kilometer sicher. Am Ende dominierte zwar  der österreichische Ausdauer-Spezialist Karl Markt, der sich damit das Trikot des gesamtführenden holte und die Grundlage für seinen späteren Gesamtsieg legte, doch Tann zeigte sich erneut als bester Vertreter der deutschen Nationalmannschaft und belegte Rang 13. Nach einer Fahrzeit von 2:01:32 Stunden hatte er einen Rückstand von knapp drei Minuten auf den Tagessieger: „Mein Ziel war, so lange wie möglich in der Spitzengruppe mitfahren zu können. Das Starttempo bei Marathons wird immer höher und ich wollte sehen, wie lange der Sprit reicht und ich das Tempo mitgehen kann. In einem der langen Singletrails habe ich dann den Anschluss zur Gruppe verloren, weil eine der vor uns gestarteten Frauen den Weg blockierte. Letztlich bin ich aber durchaus zufrieden mit dem Ergebnis.“  Die endgültige Entscheidung sollte dann das abschließende Cross-Country-Rennen über die olympische Distanz am Sonntag bringen: „Allerdings waren die Beine beim Start von der Belastung an den Vortagen so schwer, dass ich kaum von der Stelle gekommen bin“, musste Tann einräumen. Nach einer Runde lag der Suhler um Platz 25 – erst dann platzte der Knoten „und ich zeriss das Parkticket“, wie sich Tann nach dem Rennen ausdrückte. „Plötzlich fand ich meinen Rhythmus, konnte mit großer Kraft über die Wellen drücken und auch mal einen ‚Gang stehen lassen‘, wenn es darum ging, andere Fahrer zu überholen.“ Doch in der letzten von fünf Runden musste Tann, der sich schon bis auf Platz 10 wieder vorgearbeitet hatte, noch eine Gruppe passieren lassen: „Mit Krämpfen in den Beinen habe ich noch versucht, dran zu bleiben, aber am letzten steilen Anstieg sind sie mir dann endgültig davon gezogen.“ Am Ende stand Rang 17 im Tagesklassement zu Buche, in der Gesamtwertung bedeutete dies den 13. Platz. „Ich bin zufrieden“, kommentierte Tann sein Abschneiden über alle drei Tage hinweg, „der Saisonstart ist gelungen.“

Ob er am kommenden Wochenende beim Rennen in Amathous auf Zypern an den Start gehen wird, konnte Tann noch nicht sagen: „Es kommt jetzt darauf an, wie ich mich von diesem ersten Renn-Wochenende erhole. In Absprache mit dem Bundestrainer werde ich Mitte der Woche entscheiden, ob es Sinn macht oder nicht: Lust hätte ich auf jeden Fall!“, freut sich der Suhler nicht nur auf die kommenden Trainingseinheiten unter der südlichen Sonne, sondern auch auf die komplette bevorstehende Mountainbike-Saison. Die wird Tann erneut auf Rädern der Thüringer Bikeschmiede Germina bestreiten, allerdings im neuen Gewand: denn gemeinsam mit drei weiteren Fahrern wird Tann 2011 für das neu gegründete „BlackTusk RacingTeam“ starten.

zu den Bildern von den Etappen

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