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31.05.2011 - Minimalziel erreicht beim Weltcup in Offenburg
Ausgerechnet beim Heim-Weltcup hatte der Suhler Mountainbiker René Tann mit Magenproblemen zu kämpfen – und konnte sich dennoch zum ersten Mal in dieser Saison in die Top60 retten (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

In einem harten Wettkampfblock stecken derzeit die deutschen Profi-Mountainbiker: zwei Weltcups in England und Deutschland an den vergangenen beiden Wochenenden liegen hinter den Ausdauersportlern, und am kommenden Wochenende wartet mit der Deutschen Meisterschaft im schwäbischen Albstadt ein weiteres Saison-Highlight auf die Geländespezialisten. Für den Suhler Mountainbiker René Tann vom BlackTusk RacingTeam läuft es allerdings noch nicht rund: während er im englischen Dalby Forest in der Grafschaft Yorkshire die Top60 wie schon zuvor in Pietermaritzburg als 62. denkbar knapp verpasste, konnte er als 58. dieses Minimalziel bei seinem Heim-Weltcup im badischen Offenburg erreichen: „Eigentlich hätte ich unter die besten Vierzig fahren müssen, damit ich einen besseren Startplatz bei den nächsten Rennen habe“, so der Suhler Sportsoldat. Doch obwohl die Ergebnisse ähnlich scheinen – die Rennverläufe waren es nicht: im Wald von Dalby konnte sich der Thüringer endlich einmal wieder mit einem seiner berühmten Starts in Szene setzen und sich auf der Startrunde von seinem Startplatz jenseits der 80 auf den 33. Platz nach vorne kämpfen. „Ich hatte mich mental darauf vorbereitet, so als ob es kein Morgen mehr gäbe. Und ich hatte Glück, dass ich so gut durchgekommen bin – das gehört auch dazu!“ Denn Plätze, die man in der Startphase nicht verliert oder gar gewinnt, sind im späteren Rennverlauf oftmals nur mit deutlich höherem Aufwand wieder gutzumachen. „Aber vielleicht wollte ich auch zu viel“, musste Tann später einräumen, „zumindest dann, als ich noch in der ersten Runde versucht habe, weitere Plätze gut zu machen und das ein oder andere Loch wieder zu schließen – vielleicht hätte ich eher meinen gewohnten Rhythmus fahren sollen“, zeigte er sich nach dem Rennen selbstkritisch. Denn von da an ging es für den Suhler immer weiter nach hinten. Als dann auch noch ein Hinterraddefekt dazu kam, der ihn zu längeren Laufpassagen bis zur nächsten Technikzone zwang, fiel er bis auf den 75. Platz zurück. „Danach ging es nur noch um Schadensbegrenzung: ich wollte unbedingt noch die Top60 erreichen.“ Doch ganz reichte es nicht mehr: am Ende stand der 62. Platz zu Buche.

„Schadensbegrenzung“ war von Anfang auch das Thema in Offenburg: auf Deutschlands einziger Weltcup-Strecke wollte René Tann zeigen, dass er es besser kann: „Ich spüre, dass das Training anschlägt“, hatte er nach Dalby Forest noch gesagt. Doch Magenprobleme und ein verunglückter Start warfen den 25-Jährigen schon früh aus der Bahn: „Eigentlich wollte ich ähnlich viele Plätze beim Start gut machen wie eine Woche zuvor in Dalby“, sagte Tann nach dem Rennen. Doch während BlackTusk-Team-Kollege Torsten Marx mehr Glück bei der Startaufstellung hatte und von rechts startete, wurde Tann links vor der ersten Kurve eingeklemmt: „Im letzten Jahr war es genau anders herum!“, ärgerte er sich über sein Pech. „Ich habe aber danach keinen Rhythmus gefunden, ich kam mit der Hitze nicht zurecht.“ Erst in der dritten Runde ging es besser, da fand Tann „seinen Flow“, vor allem auch in den spektakulären Abfahrten. „Mein 29-Zoll-Rad war dabei das ideale Arbeitsgerät“, so Tann: „Gerade in den ruppigen Passagen am Wolfsdrop konnte ich problemlos über die Wurzeln und Steine drüberollen. Das war auch wichtig für den Kopf.“ Als sich der Magen dann nach einem großen Schluck Cola in der fünften von sieben Runden auch wieder etwas beruhigt hatte, konnte Tann in der zweiten Rennhälfte nochmal ordentlich Gas geben. „Vorher dachte ich schon, das Rennen sei gelaufen“, meinte Tann später, „aber plötzlich ging doch noch was:“ Als 61. ging Tann in die letzte Runde und konnte immerhin noch drei Konkurrenten überholen.

„Ich bin überzeugt, dass meine Form gut ist – in Offenburg hat einfach mein Magen nicht mitgespielt!“ Mit diesen Wort blickt Tann positiv nach vorne, auf die Deutsche Meisterschaft am kommenden Wochenende im schwäbischen Albstadt: „Wie im vergangenen Jahr, als ich in Bad Salzdetfurth Fünfter wurde, will ich auch in diesem Jahr wieder unter die Top5 kommen – ob es zu einem Podiumsplatz reicht, ist natürlich schwer zu sagen.“ Zumindest liege ihm die Strecke mit dem schweren Anstieg das Bullentäle hinauf – und wieder hinunter. „Bei der Deutschen Meisterschaft habe ich natürlich einen deutlich besseren Startplatz als beim Weltcup, daher muss ich beim Start nicht so viel Kraft einsetzen, um nach vorne zu kommen. Das spart natürlich Körner, die man später vielleicht sinnvoller einsetzen kann“, lässt sich Tann schon heute ein bisschen in die Karten schauen. „Es wird sicher ein spannendes Rennen am Sonntag und den dort immer zahlreich vertretenen Zuschauern wird in Albstadt sicherlich eine gute Show geboten“, ist sich der Thüringer sicher. „Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben!“

UCI World Cup 2011 XCO 3 - Offenburg GER - Replay

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