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22.06.2011 - Elfter in Windhaag bei Perg
Nach einem harten Trainingslager in der Schweiz, bei dem der Suhler Mountainbiker vor allem auf den Ausbau seiner Ausdauer-Fähigkeiten Wert legte, zeigte sich Tann mit dem Ergebnis in Oberösterreich durchaus zufrieden (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Zweifellos gehört die Strecke in Windhaag bei Perg nordöstlich von Linz zu den schwersten Cross-Country-Strecken zumindest im österreichischen, wenn nicht gar europäischen Mountainbike-Zirkus. „Ich bin froh, dass es trocken geblieben ist“, meinte denn auch der Suhler Mountainbiker René Tann vom BlackTusk RacingTeam. Die Erfahrung, wie es dort bei Regen aussehen kann, hatte er bereits vor einem Jahr gemacht. Damals reichte es für den Sportler vom 1. MTB-Club Suhl für den achten Platz. Diesmal hatte der Wettergott allerdings ein Einsehen mit den Sportlern, die aus der ganzen Welt nach Oberösterreich gekommen waren: neben den üblichen Mitteleuropäern und der australischen Nationalmannschaft kämpften auch Sportler aus Südafrika, Argentinien, der Ukraine und Finnland um die vorderen Plätze, während Petrus immer wieder neue dunkle Wolken über das Mühlviertel schickte, die aber zumindest in Windhaag letztlich doch keinen Regen brachten. „Wegen der vielen kurzen, aber teils sehr heftigen Anstiege und der gefährlichen Abfahrt hinunter ins ‚Höllenloch‘ habe ich mich hier für das 26-Zoll-Rad entscheiden“, begründete Tann seine Entscheidung für das etwas kleinere und wendigere Sportgerät, nachdem er bei den vergangenen Rennen auf das neue, größere 29-Zoll-Bike der thüringischen Bike-Schmiede Germina gesetzt hatte.

Doch der Umstieg auf das kleinere Fahrrad brachte dem Sportsoldaten keine entscheidenden Vorteile: nach zehn Tagen im Höhentrainingslager in der Schweiz, bei dem der Suhler vor allem auf den Ausbau seiner Ausdauer-Fähigkeiten Wert legte und lange Einheiten oberhalb von Savognin trainierte, war die gewohnte Spritzigkeit ein wenig auf der Strecke geblieben. „Das ist nicht ungewöhnlich“, kommentierte Tann die (vorrübergehende) Verschiebung des Leistungsvermögens von schnell auf ausdauernd, „und auch nicht tragisch, da in den kommenden Wochen vor allem Langstrecken-Aufgaben auf mich warten.“ So wird er nach dem Frammersbacher Spessart Bike-Marathon am kommenden Wochenende auch noch der Albstadt-Marathon bestreiten, ehe er gemeinsam mit seinem Team-Kollegen Torsten Marx (Hechingen) Mitte Juli an der CRAFT bike TransAlp teilnehmen wird, einem der härtesten Etappen-Rennen der Welt, das in acht Etappen mit 670,25 Kilometern und 21.504 Höhenmetern von Mittenwald nach Riva am Gardasee führen wird. Daher konnte Tann von Anfang an das hohe Tempo der Spitzengruppe nicht mitgehen. „So sehr ich mich auch anstrengte: richtig ausbelasten konnte ich mich heute nicht“, meinte Tann nach dem Rennen: „Ich habe einen guten Rhythmus gefunden, aber der war heute einfach nicht schnell genug.“ Dafür hatte er – im Gegensatz zur Deutschen Meisterschaft in Albstadt Anfang Juni – „an den Anstiegen ein gutes Gefühl.“ Weniger gut allerdings war das Gefühl im berühmt-berüchtigten Höllenloch, wo Tann in der dritten von sieben zu fahrenden Runden (wie viele andere Fahrer auch) zu Sturz kam und schmerzhaft mit der Felswand kollidierte. „Ich habe mich trotzdem nicht aus dem Konzept bringen lassen und in der nächsten Runde erneut versucht, die tückische Abfahrt zu fahren, wo kaum ein Lenker zwischen den Felsblöcken durchpasst.“ Viele andere Sportler gingen dagegen auf Nummer sicher und schoben ihr Bike durch die gefährliche Engstelle.

„Danach hat es dann ganz gut funktioniert“, meinte Tann nicht ganz ohne Stolz nach dem Rennen. Diese positive Erfahrung rief denn auch ein bisschen mehr Power in den Anstiegen hervor und die vorletzte Runde konnte er fast so schnell wie der spätere Sieger Karl Markt aus Österreich (Siegerzeit: 1:21:48 Stunden) absolvieren. Am Ende stand für Tann nach einer Fahrzeit von 1:25:56 Stunden der elfte Platz zu Buche. „Angesichts der guten Besetzung und des Trainingslagers nach der Deutschen Meisterschaft geht das Ergebnis durchaus in Ordnung, auch wenn es heute sicherlich nicht optimal lief“, zeigte sich Tann zufrieden mit dem Resultat.

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