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29.06.2011 - Vierter beim Spessart Bike Marathon in Frammersbach
Beim renommierten Spessart Bike Marathon in Frammersbach belegte der Suhler Cross-Country-Spezialist nach zwei Reifendefekten den vierten Platz auf der Langdistanz, nachdem er bis 20 Kilometer vor dem Ziel noch souverän in Führung gelegen hatte (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Ein bisschen enttäuscht zeigte sich der Suhler Mountainbiker René Tann vom schwäbischen BlackTusk RacingTeam schon mit seinem Abschneiden beim 15. Spessart Bike Marathon im fränkischen Frammersbach: dabei hatte es über weite Strecken so ausgesehen, als könnte der 25-jährige Sportsoldat vom 1. MTB-Club Suhl den weit über die Region hinaus bekannten Marathon über 117 Kilometer für sich entscheiden: „Ich hatte da noch ein bisschen was gut zu machen“, sprach Tann über seine Motivation, relativ kurzfristig in Frammersbach an den Start zu gehen. „Da in kommenden Wochen ohnehin vor allem Marathons und Etappen-Rennen für mich auf dem Plan stehen, kam mir das Rennen im Spessart ganz gelegen.“ Es habe optimal in die Trainingsvorbereitung gepasst, betonte Tann, der bei der Europameisterschaft 2005 auf gleicher Strecke nur auf Platz 42 gekommen war. Jetzt, sechs Jahre später, lag dem Thüringer die Langdistanz deutlich mehr. „Dennoch bin ich das Rennen vorsichtig angegangen“, so der Suhler. Schließlich hatten die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage die Strecke erheblich aufgeweicht. Aus der 15-köpfigen Spitzengruppe, die sich bald nach dem Start gefunden hatte, waren nach der halben Renndistanz gerade einmal acht Fahrer übrig geblieben. Während Tann sich bis dato in der Führungsarbeit zurückgehalten hatte, forcierte er nun selbst das Tempo: „Das war auch wichtig für mich:

schließlich kannte ich die Strecke kaum“, sagte er später. Bald war nur noch Christian Schneidawind (Texpa-Simplon) sein einziger Begleiter. Doch 30 Kilometer vor dem Ziel passierte es: während zunächst die Luft schleichend aus dem Hinterrad entwich („Ich habe noch gehofft, dass ich bis zur nächsten Technical Zone kommen würde.“), war der Reifen schneller platt als erwartet. Zwar konnte Tann ihn relativ schnell wechseln, „doch durch den vielen Schlamm und Dreck hatte ich von Anfang Bedenken, dass ich den Schlauch wirklich sauber in den Mantel bekommen würde“, so Tann später. Drei Minuten später saß der Suhler wieder auf dem Rad und hatte neben Schneidawind nur zwei weitere Konkurrenten um den Gesamtsieg passieren lassen müssen. „Natürlich wollte ich das so nicht auf mir sitzen lassen und versucht, die verlorenen Plätze wieder gut zu machen.“ Doch der reparierte Reifen hielt nur zehn Kilometer lang, dann war auch er platt. „Jetzt hatte ich kein Material zum Wechseln mehr – ich musste die nächsten fünf Kilometer auf der Felge fahren, um noch in die Technical Zone zu kommen“, kämpfte sich Tann, angefeuert von den Zuschauern am Wegesrand, durch. „Endlich konnte ich ein neues Hinterrad einbauen“, berichtete Tann. Zwar hatte er bis dahin keine weiteren Plätze verloren, aber auf den letzten fünf Kilometern bis zum Ziel konnte er auch nichts mehr gut machen. „Der Sieg war in greifbarer Nähe“, ärgerte sich Tann über sein Pech. „Andererseits bin ich zufrieden: mein Ziel ist die CRAFT bike TransAlp Mitte Juli – dafür war der Marathon in Frammersbach eine ideale Vorbereitung.“

Am kommenden Wochenende steht allerdings zunächst noch einmal ein schneller Cross-Country-Event auf dem Terminplan von René Tann: in Mertendorf bei Maumburg an der Saale im südlichen Sachsen-Anhalt will der Suhler seinen Titel als Mitteldeutscher Meister verteidigen: „Das wird sicher eine schwierige Aufgabe, weil ich den Wettkampf ohne spezielle Vorbereitung bestreiten muss. Mein Focus ist ganz klar die Trans Alp. Aber ich will meine Haut möglichst teuer verkaufen – und vielleicht reicht es ja für die Titelverteidung!“

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