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08.08.2011 - René siegt beim 19. Erzgebirgs-Bike-Marathon in Seiffen
Mit deutlichem Vorsprung hat sich der Suhler Mountainbiker einen Tag vor seinem 26. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht und seine gute Form unterstrichen (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Der Erzgebirgs-Bike-Marathon (EBM) in Seiffen an der tschechischen Grenze gehört zu den traditionsreichsten Langstrecken-Veranstaltungen auf dem Mountainbike in ganz Deutschland. Bereits seit 1994 wird hier jährlich ein Marathon ausgetragen – und 1996 hatte ihn schon Torsten Marx (Tübingen) gewonnen, seit 2011 Mannschaftskollege des Suhler Mountainbikers René Tann beim BlackTusk RacingTeam und dessen Partner bei der diesjährigen Alpenüberquerung „CRAFT bike TransAlp“, die die beiden gemeinsam vor wenigen Wochen nach 670 Kilometer und 21.500 Höhenmetern verteilt auf acht Etappen auf dem neunten Gesamtplatz beendeten hatten. In den vergangenen acht Jahren war es allerdings der sächsische Ausdauer-Spezialist Thomas Nicke (Görtlitz), der Jahr um Jahr die Siegerlisten anführte. „Wenn ich gewinnen wollte, gilt es, ihn zu schlagen“, wusste René Tann, der zum ersten Mal beim EBM antrat, schon vor dem Rennen, auch wenn gut 1.200 andere Radler aller Leistungskategorien am Start waren.

Nach einem relativ verhaltenen Start auf der rund zwölf Kilometer langen Einführungsrunde ging es an der Spitze doch bald richtig zu Sache, berichtete Tann. Eine Vierergruppe mit dem späteren Sieger der Kurzdistanz, Marco Schätzing, dem Tschechen Jan Hrsuka, René Tann und eben Thomas Nicke setzte sich von den Verfolgern ab. Zunächst war es der Dresdner Schätzing, der attackierte – im Bewusstsein, der einzige der Spitzengruppe zu sein, der nur eine einzige Runde à 28 Kilometer statt derer drei der Langdistanz in Angriff nehmen wollte. So ließen ihn die anderen drei zunächst ziehen, ehe sich Sportsoldat Tann ein Herz fasste und alleine die Verfolgung aufnahm:
„Ende der ersten Runde hatte ich Marco wieder erreicht.“ Tann profitierte von dem unübersichtlichen Gelände: „Wenn Du auch nur einen geringen Vorsprung hast, können Dich die anderen nicht mehr sehen – und Du kommst leichter weg!“ Während sich also Schätzing als Sieger der Mitteldistanz feiern ließ, ging Tann auf die letzte der drei Runden: „Die hinter mir waren zu zweit, ich musste also immer aufpassen, dass sie nicht gemeinsam zu mir aufschließen.“ Doch Tann konnte den Vorsprung, der eingangs der dritten Runde noch bei rund drei Minuten gelegen hatte, bis auf über acht Minuten ausbauen. Am Ende gewann er zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder einen
Marathon: in einer Zeit von unter vier Stunden (3:53:05 Stunden) verwies Tann Hruska auf Platz zwei und Seriensieger Nicke sogar auf den dritten Platz. „In der zweiten Rennhälfte ist das Rennen richtig schwierig geworden:
zum einen begann es zu regnen, sodass viele Singletrails sehr schmierig und rutschig wurden, zum anderen gab es schon die ersten Überrundungen, die mich natürlich immer wieder ein bisschen aus dem Rhythmus gebracht haben.“ Am Ende konnte sich Tann nicht nur über das Preisgeld, sondern auch über einen Original-Schwippbogen aus dem Erzgebirge freuen.

„Die Form stimmt also“, konnte Tann nach dem erfolgreichen Auftritt bei der TransAlp und dem EBM resümieren. Mit dieser Zuversicht wird der Sportler vom BlackTusk RacingTeam an den kommenden beiden Wochenenden die letzten beiden Weltcups der Saison 2011 im tschechischen Nove Mesto und im italienischen Val di Sole bestreiten. „Danach werde ich mich auf die Langstrecke konzentrieren – mit dem Höhepunkt der Deutschen Meisterschaft in Sankt Ingbert“, gibt Tann, der heute 26 Jahre alt wird, seinen überraschenden Verzicht auf die verbleibenden beiden Bundesliga-Rennen in Heubach und Bad Salzdetfurth bekannt: „Eine Woche vor der Deutschen Marathon-Meisterschaft eines der konditionell anspruchsvollsten deutschen Cross-Country-Rennen zu fahren, ist ein zu hohes Risiko – vor allem, wenn man Ambitionen auf eine Medaille hat“, begründet Tann seine Absage für Heubach. „Und statt dem Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth werde ich die TransZollernalb bestreiten – die passt in diesen Rennplan besser hinein“, so der Thüringer.

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