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27.09.2008 - Bestes Saison-Ergebnis beim Bundesliga-Finale
Mit Platz 9 beendet der Suhler Mountainbiker René Tann die Bundesliga-Saison 2008 - und schafft damit in der höchsten nationalen Rennserie erstmals in diesem Jahr eine TopTen-Platzierung (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Beinahe schon traditionsgemäß ist Bad Salzdetfurth südlich von Hannover Austragungsort des Finallaufs der BDR Mountainbike Bundesliga. Der kleine Kurort am Harz war aber bislang kein gutes Pflaster für den Suhler Mountainbiker René Tann vom Team Fuji Bikes Europe: in den vergangenen Jahren konnte der Thüringer beim letzten Rennen nicht mehr an die guten Leistungen zu Beginn der Saison anknüpfen, auch wenn er sich im vergangenen Jahr mit dem Sieg in der U23-Klasse auch die U23-Gesamtwertung gesichert hatte. Der 12. Platz in der Elite-Wertung war der schlechteste in der gesamten Saison 2007. 2008 sollte alles anders werden, schließlich zeigten die Ergebnisse entgegen dem Trend der Vorjahre eine aufsteigende Tendenz - allerdings auch kein Wunder bei den eher bescheidenen Ergebnissen zu Saisonbeginn. Doch seit Tann seine Pechsträhne aus dem Frühjahr überwunden hat und wieder schmerzfrei trainieren kann, zeigen auch die Ergebnisse einen deutlichen Aufwärtstrend.

Nach den guten Ergebnissen bei regionalen Rennen im Mitteldeutschland-Cup, beim Swisspower-Cup-Finale in Bern und auch beim Weltcup-Schlusslauf in Schladming wollte René Tann nun auch in Bad Salzdetfurth einen positiven Eindruck hinterlassen. Nach den beiden 15. Plätzen in Münsingen und Saalhausen - in Heubach war er aufgrund des Sturzes beim Sprint-Rennen nicht am Start - sollte nun in Niedersachsen ein besseres Ergebnis die Saisonbilanz aufpolieren.

Bereits nach einer Runde zeigte sich, dass dieses Unternehmen in guten Bahnen war: als sechster kehrte der Sportsoldat wieder in die Innenstadt von Bad Salzdetfurth zurück. Als einziger Kurs in Deutschland und als einer der wenigen in ganz Europa führt er nämlich zuschauerfreundlich mitten durch den historischen Ortskern, bietet aber gleichzeitig einen großen konditionell fordernden Teil. "Vor allem die steilen Abfahrten sind gefährlich, wenn man sie unterschätzt", beschrieb Tann den von viel Publikum gesäumten Kurs, den die Fahrer bereits kurz nach dem Start mit Vollgas unter die Stollenreifen nahmen.

Vor allem der spätere Sieger, der Freiburger Moritz Milatz (Multivan-Merida), drückte dabei sofort den Stempel auf. Milatz stürmte als erster davon und war vom Rest des Feldes nicht mehr gesehen. "Lass ihn mal fahren", sagte sich Tann, der sonst oft als erster die Berge hinaufschoss, mittlerweile die Rennen aber zurückhaltender angeht. Tann setzte vielmehr auf sein umfangreiches Grundlagen-Training der vergangenen Wochen: "Ich wusste, dass ich das Rennen nicht auf den ersten Metern entscheiden muss." Stattdessen suchte er sich seinen eigenen Rhythmus und fuhr mit sehr konstanten Rundenzeiten über den Kurs am Ostufer des Lammetals. Mittlerweile hatte er sich mit dem Schwaben Stefan Sahm (Bulls) zusammengeschlossen. "Wir haben sehr gut zusammengearbeitet", berichtete Tann nach dem Rennen. "Wir haben uns in der Führungsarbeit abgewechselt und uns auch sonst gut ergänzt, sodass wir das Tempo hoch halten konnten"

Erst in der letzten Runde musste René Tann seinen Mitstreiter ziehen lassen: "Ich spürte, dass meine Arme in den Abfahrten verkrampften. Und Stefan ist ohnehin der bessere Abfahrer. Da wollte ich zum Schluss kein unnötiges Risiko mehr eingehen und bin die letzten zwei Kilometer auf Sicherheit gefahren." Da Tann nach hinten keine Konkurrenz fürchten musste, konnte er so das Bundesliga-Finale auf dem neunten Platz beenden. In der Gesamtwertung bedeutete dies trotz des Startverzichts in Heubach den 16. Rang. Das ist zwar nicht vergleichbar mit dem fünften Gesamtrang 2007 und dem sechsten 2006, "doch für die durchwachsene Saison 2008 geht das durchaus in Ordnung", ist der Suhler mit sich und seiner Leistung zum Saisonende durchaus zufrieden.

Auch am kommenden Wochenende will Tann zeigen, dass er in seiner besten Form des Jahres ist. Am Sonntag wird in Singen am Bodensee der Deutsche Marathon-Meister gesucht. Zwar dürfte nach einhelliger Experten-Meinung Moritz Milatz in seinem derzeitigen Trainingszustand kaum zu schlagen sein. Doch dahinter ist der Kampf um die Plätze völlig offen. Eine ganze Reihe Sportler gilt als Mitfavoriten. Vielleicht gelingt es auch René Tann, sich auf den 106 Kilometern zu profilieren. "Auf jeden Fall freue ich mich schon drauf", sagt Tann der seinen letzten Marathon über die Langdistanz in Arnstadt Mitte Juni souverän gewonnen hatte. "Ob ich aber den Umstieg vom schnellen Cross-Country zum ausdauerorientierten Marathon schaffe, weiß ich nicht. Das Grundlagentraining ist sicher von Vorteil, aber in den vergangenen Wochen habe ich hauptsächlich Schnelligkeit trainiert, um in Bern, Schladming und Bad Salzdetfurth vorne mit dabei sein zu können", bremst der Thüringer zu große Erwartungen.

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