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17.09.2008 - Weltcup-Finale Schladming: René Tann mit bestem Saisonergebnis
Platz 48 und damit drittbester Deutscher - so lautet nach einer durchwachsenen Saison das durchaus zufriedenstellende Ergebnis des Suhler Mountainbikers beim letzten Weltcup im steirischen Schladming (von Armin M. K├╝stenbr├╝ck)

Die Wetterprognosen ließen das Schlimmste befürchten: Dauerregen, Temperaturen um maximal acht Grad und Schneefall bis 1.200 Meter. Doch zum Glück hält sich in den steirischen Bergen das Wetter nicht immer an die Vorhersagen der Meteorologen. Und so waren die Bedingungen zum Schluss dann doch nicht so schlecht beim Weltcup-Finale im österreicherischen Schladming, wo der 5,3 Kilometer lange Rundkurs nicht nur über die Planai-Abfahrt führt, sondern auch im gleichnamigen Stadion endet.

Für den Suhler Mountainbiker René Tann war es die letzte Gelegenheit, nach einer durchwachsenen Saison, seine ersten Weltcup-Punkte 2008 zu sammeln - und er nutzte sie. Trotz eines Startplatzes im hinteren Teil des Feldes und gesundheitlicher Probleme auf den letzten beiden Runden konnte er sich im hochklassigen Feld wacker behaupten und das Rennen als insgesamt 48. und damit immerhin drittbester Deutscher beenden. Für den Sportsoldaten war es das beste Weltcup-Ergebnis seit seinem 33. Platz beim Weltcup im schweizerischen Champéry vor nunmehr 15 Monaten.

Zunächst aber brauchte Tann, der sonst eigentlich als Schnellstarter bekannt ist, auf dem vor allem konditionell anspruchsvollen Kurs am Fuße der Planai vier von acht Runden, bis er auf Touren kam: nur mühsam arbeitete er sich am Anfang Platz um Platz nach vorne, ehe zur Rennmitte endlich der lang erwartete Turbo zündete: zügig überholte er binnen zehn Kilometern gleich zwanzig Konkurrenten, konnte sich so bis auf Platz 46 vorkämpfen. "An einem steilen Anstieg kurz nach der Zieldurchfahrt konnte ich mich an eine Zehnergruppe heransaugen und in einem Zug an ihnen vorbeigehen", berichtete Tann nicht ohne Stolz. Vielleicht wäre es auch noch weiter nach vorne gegangen, hätten nicht Krämpfe den Vorwärtsdrang des 23-jährigen vom Team Fuji Bikes Europe merklich gebremst. "Bis dahin waren mir die steilsten Stücke am liebsten", sagte Tann erschöpft nach dem Rennen. "Die Strecke war überraschend gut abgetrocknet, sodass sie großteils gut befahrbar war."

Deswegen war Tann schon vor dem Rennen von den schmaleren Schlammreifen auf die breiteren Allrounder, dem nagelneuen Prototyp Rocket Ron seines Ausrüsters Schwalbe, umgestiegen. "Das war sicher die richtige Wahl", bilanzierte er nach dem Wettkampf, bei dem ihm zu Schluss noch der Verdauungstrakt ein wenig Probleme bereitete. "Wegen der Krämpfe habe ich schon ungewöhnlich früh mit Cola angefangen, das hat mein ohnehin oft nervöser Magen nicht so ganz vertragen", sagte Tann. Mit Mühe konnte er zwar den Würgereflex unterdrücken, aber nicht mehr ganz verhindern, dass doch noch zwei Fahrer an ihm vorbeizogen. "Wenn alles gut gelaufen wäre, wäre vielleicht auch ein Platz um 40 drin gewesen", meinte Tann nach dem Rennen: "Aber ich bin auch so ganz zufrieden mit meinem Abschneiden. Die Formkurve zeigt weiterhin aufwärts. Daher erwarte ich mir viel vom Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth am kommenden Wochenende."

Dass Tann Kraft hat, konnte man an den vielen schweren Anstiegen in Schladming deutlich beobachten. Genauso deutlich sah man aber auch, dass er in den teils etwas rutschigen Abfahrten viel Zeit und teilweise auch Plätze verlor - Zeit und Plätze, die er sich vorher mühsam erkämpft hatte: mit viel Respekt und auch einiger Unsicherheit ging der Thüringer in die steilen Downhills: "Das ist wohl immer noch eine Folge meines schweren Sturzes vor beim Bundesliga-Rennen in Heubach", gesteht sich Tann selbst einr. "Jetzt muss ich daran arbeiten, wieder sicherer und trotzdem schneller den Berg herunter zu kommen", zeigt sich Tann zuversichtlich, spätestens in der nächsten Saison wieder an sein altes Können anknüpfen zu können. Körperlich zeigte der Suhler, dass er wieder international mithalten kann. Nun hofft er, beim Bundesliga-Finale in Bad Salzdetfurth noch einmal zeigen zu können, dass er zu den besten Mountainbikern Deutschlands gehört. Schließlich steht eine weitere Woche später noch die Deutsche Marathon-Meisterschaft in Singen auf dem Programm des Fahrers vom 1. MTB-Clubs Suhl, ehe mit dem renommierten Bike-Festival beim Roc d\\\'Azur im Süden Frankreichs die lange Saison der europäischen Mountainbiker zu Ende geht, die für René Tann Mitte März mit einem fünften Platz auf Zypern doch recht erfolgversprechend begann.

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